1628 hm
Anstieg
27.7 km
Distanz Anstieg
9 %
max. Steigung
5.9 %
ø Steigung
Der Sustenpass verbindet das Berner Oberland mit dem Kanton Uri, vom Haslital bei Innertkirchen hinauf zum Scheiteltunnel auf 2224 Metern und hinunter nach Wassen im Meiental. Die Strasse wurde zwischen 1938 und 1945 gebaut, als reine Touristenstrasse, und genau so fährt sie sich: gleichmässig, breit, mit Gletscherblick. Viele halten die Westrampe für eine der schönsten Auffahrten der Alpen.
Der Sustenpass im Überblick
Von Innertkirchen sind es 27,7 Kilometer und 1628 Höhenmeter, im Schnitt 5,7 Prozent, in der Spitze bis zu neun Prozent. Kategorie HC, nicht wegen der Steilheit, sondern wegen der schieren Länge. Die Strasse quert den Pass nicht über die Höhe, sondern in einem 325 Meter langen Scheiteltunnel auf 2224 Metern. Die eigentliche Passhöhe liegt ein Stück darüber auf 2259 Metern.
Die Auffahrt von Innertkirchen
Die Westrampe lässt sich Zeit. Die ersten Kilometer aus dem Haslital wellen sich mit drei bis sechs Prozent das Gadmertal hinauf, durch Gadmen und Nessental, immer wieder mit kurzen Verschnaufstücken. Ab etwa Kilometer 14 wird es ernst: Die Strasse zieht auf sieben bis neun Prozent an und hält das über die grossen Kehren unterhalb des Steingletschers.
Die letzten Kilometer sind die steilsten und die schönsten zugleich. Links der Steingletscher mit dem Steinsee, dazu Wasserfälle und kurze Felstunnel, während die Strasse konstant steil zum Scheiteltunnel klettert. Wer durch den Tunnel rollt, steht auf der Urner Seite über dem Meiental, und vor der langen Abfahrt nach Wassen.
Geschichte
Eine erste Sustenstrasse entstand um 1817 als Saumpfad-Ausbau. Die heutige Strasse wurde zwischen 1938 und 1945 gebaut und 1946 eröffnet, bewusst grosszügig trassiert und von Anfang an für den Tourismus gedacht. Anders als Gotthard oder Grimsel hatte der Susten nie eine grosse Transitrolle, und das merkt man ihm bis heute positiv an.
Im Rennsport ist der Susten ein launischer Gastgeber. Die Tour de Suisse plant ihn regelmässig ein, aber das Hochgebirge spielt nicht immer mit: 2019 musste die Königsetappe wegen Lawinengefahr am Susten komplett umgebaut werden, 2021 verhinderten Schnee und Steinschlag die Überfahrt erneut. Ein Pass, der selbst im Juni noch Winter sein kann.
Praktische Tipps
Die Saison läuft grob von Juni bis Mitte Oktober, der Susten gehört zu den Schweizer Pässen mit der längsten Wintersperre. Verpflegung gibt es in Gadmen und beim Berghotel Steingletscher kurz unter der Passhöhe. An schönen Wochenenden ist die Strasse bei Motorradfahrern beliebt, früh starten zahlt sich aus. Wer Grosses vorhat, hängt Grimsel und Furka an: Die Dreierschleife ab Innertkirchen oder Andermatt ist ein Klassiker mit drei Pässen über 2000 Metern.
Wie schlägt sich der Susten?
Im Dreigestirn mit Grimsel und Furka ist der Susten der Eleganteste. Die Grimsel ist wuchtiger, die Furka rauer, der Susten fährt sich am rundesten: gleichmässige Prozente, perfekte Kurvenradien, und mit Steingletscher und Steinsee das vielleicht beste Panorama der drei. Als Einzelfahrt lang, aber nie brutal.
Der Susten zählt zu den Top 50 unserer 100 Climbs. Auf den 100-Climbs-Postern ist er dabei, die kompaktere 50er-Edition führt ihn ebenfalls.
Wann ist der Sustenpass offen?
In der Regel von Anfang Juni bis Mitte Oktober, abhängig von der Schneelage. Der Susten hat eine der längsten Wintersperren der Schweizer Alpenpässe, in manchen Jahren liegt selbst im Juni noch Schnee an der Passhöhe.
Wie schwer ist die Auffahrt von Innertkirchen?
27,7 Kilometer mit 1628 Höhenmetern bei durchschnittlich 5,7 Prozent. Die Steigung bleibt fast immer unter neun Prozent, dafür hört sie lange nicht auf. Das Profil ist gut einteilbar: lockerer Auftakt im Tal, konstant steiler Schlussteil ab Kilometer 14.
Führt die Strasse über die Passhöhe?
Nein. Die Sustenstrasse unterquert den Pass in einem 325 Meter langen Scheiteltunnel auf 2224 Metern. Die eigentliche Passhöhe auf 2259 Metern erreicht man zu Fuss in wenigen Minuten vom Tunnelportal.
