792 hm
Anstieg
11.8 km
Distanz Anstieg
20 %
max. Steigung
6.7 %
ø Steigung
Rocacorba ist der berühmteste Anstieg, der nie ein Profi-Rennen gesehen hat. Die Sackgasse auf den Puigsou bei Girona wurde trotzdem zum Maßstab: Hier testen WorldTour-Profis ihre Form, seit Girona ihre Wahlheimat ist.
Rocacorba im Überblick
Ab Banyoles sind es 11,8 Kilometer und 792 Höhenmeter auf 959 Meter, im Schnitt 6 Prozent. Der Schnitt lügt: Flachstücke und Rampen mit bis zu 20 Prozent wechseln sich ab, gleichmäßig ist hier gar nichts. Oben stehen ein Funkmast und das Santuari de Rocacorba, eine Wallfahrtskirche aus dem 12. Jahrhundert. Die Straße wurde ursprünglich für Kloster und Sendemast gebaut, erst 2006 war sie durchgehend asphaltiert. Vorher endete der Asphalt vier Kilometer unter dem Gipfel im Schotter.
Routenbeschreibung
Die erste Hälfte ab Banyoles ist Aufwärmprogramm: drei bis sieben Prozent, dazwischen fast flache Passagen, die Straße schlängelt sich durch Wald oberhalb des Sees von Banyoles. Ab Kilometer sechs beginnt der eigentliche Test. Drei Kilometer mit Schnitten um zehn Prozent, in den Rampen deutlich zweistellig, der härteste Kilometer liegt bei knapp zwölf Prozent Schnitt mit Spitzen bis 20.
Kurz vor dem Gipfel gönnt die Straße einen flacheren Kilometer, dann zieht sie noch einmal an. Der Belag ist rau und stellenweise unruhig, die Straße schmal. Dafür gibt es oben den Blick über Katalonien bis zu den Pyrenäen, und an klaren Tagen das Mittelmeer.
Geschichte und Rennsport
Rocacorba hat keine Rennhistorie, und genau das ist seine Geschichte. Kein Giro, keine Vuelta, nicht einmal die Volta a Catalunya ist je hier hochgefahren, die Straße ist eine Sackgasse. Berühmt wurde der Berg durch die Profis, die in Girona leben: David Millar machte Rocacorba zu seinem Formtest (unter 30 Minuten heißt, du fliegst) und gründete später den Velo Club Rocacorba. Dan Martin, Ryder Hesjedal und halbe WorldTour-Teams folgten.
Heute ist das Strava-Segment der eigentliche Wettkampf: Das KOM-Duell zwischen Profis und ambitionierten Amateuren macht den Anstieg zum vielleicht meistgetimten Trainingsberg Europas. Ein Berg, dessen Mythos komplett ohne Rennen entstand. Das ist selten.
Praktische Tipps
Rocacorba geht fast ganzjährig, Girona ist nicht umsonst Trainingsbasis. Im Hochsommer früh starten, die unteren Kilometer stauen die Hitze. Wasser vorher in Banyoles auffüllen, am Berg gibt es nichts, und oben wartet nur die Antenne. Der Belag ist rau: keine Leichtbau-Reifen, lieber 28 Millimeter. Die Abfahrt verlangt Konzentration, schmale Straße, unruhiger Asphalt, Gegenverkehr.
Wie schlägt sich Rocacorba?
Vom Charakter her ist Rocacorba der katalanische Cousin der lombardischen Klassiker: kein Hochgebirge, aber giftig. Die Madonna del Ghisallo hat die Kapelle und die Rennhistorie, der Muro di Sormano die brutaleren Prozente. Rocacorba hat etwas, das beiden fehlt: die ständige Anwesenheit des Profi-Pelotons. Wer in Girona Rad fährt, kommt an diesem Berg nicht vorbei.
Rocacorba ist auf unseren 100-Climbs-Postern im Format DIN A1 abgebildet.
Warum ist Rocacorba so bekannt?
Weil Girona seit den 2000er-Jahren Wahlheimat vieler WorldTour-Profis ist und Rocacorba ihr Haus-Testberg wurde. David Millar etablierte den Anstieg als Formtest, das Strava-Segment hält den Wettkampf bis heute am Laufen. In einem Profi-Rennen wurde der Berg nie befahren.
Wie schwer ist der Anstieg nach Rocacorba?
11,8 Kilometer mit 792 Höhenmetern ab Banyoles, im Schnitt 6 Prozent. Die Schwierigkeit liegt in der Unregelmäßigkeit: Die zweite Hälfte bringt Rampen bis 20 Prozent, unterbrochen von kurzen Flachstücken, die den Rhythmus brechen.
Was ist oben auf dem Rocacorba?
Das Santuari de Rocacorba, eine Wallfahrtskirche aus dem 12. Jahrhundert, und ein Telekommunikationsmast, für den die Straße einst gebaut wurde. Dazu der Blick über Katalonien, bei klarem Wetter bis zu den Pyrenäen.
