614 hm
Anstieg
8.3 km
Distanz Anstieg
25 %
max. Steigung
7.4 %
ø Steigung
Die Super Planche des Belles Filles ist der Schicksalsberg der modernen Tour de France. Eine ehemalige Skipiste in den Vogesen, erst 2012 im Programm, und seitdem fiel hier öfter eine Tour-Entscheidung als an den meisten Alpenpässen. Kurz, brutal steil, und mit einem Schotter-Finale, das es so kein zweites Mal gibt.
Die Super Planche des Belles Filles im Überblick
Von Plancher-les-Mines sind es 8,3 Kilometer und 614 Höhenmeter, im Schnitt 7,4 Prozent. Die Zahl täuscht: Der Anstieg fährt sich in Wellen, mit Kilometern um die zehn Prozent und einer Schlusswand, die bis 25 Prozent aufsteilt. Der Gipfel der Super-Variante liegt auf 1148 Metern, das letzte Stück ist Schotter.

Routenbeschreibung
Der Einstieg in Plancher-les-Mines lässt sich noch dosieren, die ersten anderthalb Kilometer rollen mit rund sechs Prozent an. Ab Kilometer drei wird es ernst: neun Prozent, dann acht, dann knapp zehn. Der härteste Kilometer rechnet sich auf elf Prozent im Schnitt, das steilste 500-Meter-Stück auf 12,6.
Danach gönnt der Berg eine kurze Verflachung, bevor der Weg zur klassischen Bergstation wieder ansteigt. Wer dort früher das Ziel hatte, ist heute noch nicht fertig: Die Super-Verlängerung hängt einen knappen Kilometer dran, teils ungeteert, mit der berüchtigten Schlussrampe von bis zu 25 Prozent. Auf diesen letzten Metern entscheidet sich, ob die Übersetzung gereicht hat.
Geschichte und Rennsport
Der Name stammt wohl von „belles fahys“, schöne Buchen, im 16. Jahrhundert belegt. Die schönere Geschichte erzählt die Legende: Junge Frauen aus Plancher-les-Mines sollen sich im Dreißigjährigen Krieg auf der Flucht vor schwedischen Söldnern in einen See gestürzt haben, ein Soldat ritzte ihnen ein Epitaph in ein Brett, eine planche. Eine Holzstatue am Berg erinnert daran.
Die Tour kam 2012 zum ersten Mal, Chris Froome gewann, Bradley Wiggins übernahm Gelb. Danach ging es Schlag auf Schlag: Vincenzo Nibali 2014, Fabio Aru 2017, und 2019 wurde erstmals die Super-Variante mit dem Schotterstück gefahren, Dylan Teuns siegte. Das große Drama folgte 2020: Im Bergzeitfahren der vorletzten Etappe nahm Tadej Pogačar Primož Roglič 1:56 Minuten ab und drehte die Tour mit 57 Sekunden Rückstand noch komplett. 2022 schlug Pogačar dann Jonas Vingegaard im Sprint auf den letzten Metern der Super Planche. Im selben Jahr entschied Annemiek van Vleuten hier das Finale der ersten Tour de France Femmes für sich.
Im Juli 2026 kehrt die Tour an die Planche zurück, mit einer Bergankunft in der zweiten Woche. Sechs Bergankünfte, sechs Kapitel Tour-Geschichte, und es werden mehr.
Praktische Tipps
Die Übersetzung ist hier wichtiger als die Form: Für die Schlussrampe sollte mindestens ein 32er-Ritzel drauf sein, eher mehr. Das Schotterstück der Super-Variante ist mit dem Rennrad fahrbar, mit 28er-Reifen deutlich entspannter als mit 25ern. Saison ist grob April bis Oktober, die Vogesen sind schneesicherer als ihr Ruf. Start und Verpflegung in Plancher-les-Mines, oben an der Skistation gibt es in der Saison ebenfalls Einkehr. Wer mehr will: Die Vogesen rund um den Ballon d’Alsace liefern genug Stoff für einen ganzen Tag.
Wie schlägt sich die Planche?
Die Planche ist das Vogesen-Pendant zum Col de la Loze: beide jung, beide für den Radsport gebaut statt von ihm gefunden, beide mit Rampen, die Profis zerlegen. Und die Schlusswand spielt in der Liga des Muro di Sormano, nur dass hier auf Schotter gesprintet wird. Kein langer Pass, sondern ein kurzer, ehrlicher Schlagabtausch.
Eigene Erfahrung
Ich bin die Planche im Juli 2024 gefahren, und für mich ist sie ein absoluter Must-Ride in Frankreich, abseits der großen Alpenpässe. Ein toller, kompakter Anstieg mitten in den Vogesen, aufgeladen mit den legendären Tour-Ankünften der letzten Jahre. Und wenn der Schriftzug „Super Planche“ auf der Straße auftaucht, ist klar: Jetzt kommt das Finale, und es geht nochmal richtig steil weiter hoch.
Die Planche gehört zu unseren 100 Climbs, als Print auf den 100-Climbs-Postern.
Wie steil ist die Planche des Belles Filles?
Im Schnitt 7,4 Prozent über 8,3 Kilometer, aber ungleich verteilt: Der härteste Kilometer liegt bei elf Prozent, die Schlussrampe der Super-Variante erreicht bis zu 25 Prozent.
Kann man die Super Planche mit dem Rennrad fahren?
Ja. Der klassische Anstieg ist durchgehend asphaltiert, nur die Super-Verlängerung hat ein kurzes Schotterstück. Es ist mit dem Rennrad fahrbar, breitere Reifen machen es deutlich angenehmer.
Wann fährt die Tour de France wieder zur Planche des Belles Filles?
Im Juli 2026, mit einer Bergankunft in der zweiten Woche. Es ist der siebte Tour-Besuch nach 2012, 2014, 2017, 2019, 2020 und 2022.
