Passo Manghen, ITA

Anstieg
1656 hm
Distanz Anstieg
23.5  km
max. Steigung
16 %
ø Steigung
7 %

Der Passo Manghen ist ab Borgo Valsugana ein HC-Climb über 23,5 km und 1.656 Höhenmeter mit durchschnittlich 7 % Steigung, in der Spitze 16 %. Die Straße führt durch die einsame Lagorai-Kette im Trentino, die härtesten Kilometer liegen im oberen Teil. Der Giro d’Italia hat die Passhöhe auf 2.042 m mehrfach überquert.

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Bucket-List Print: Passo Manghen

Der Passo Manghen ist der Anstieg, an dem Eddy Merckx zerbrach. 1976, sein letzter Giro. Heute ist der einzige befahrbare Übergang zwischen Valsugana und Fleimstal einer der längsten und einsamsten HC-Anstiege Italiens.

Der Passo Manghen im Überblick

Von Borgo Valsugana im Süden sind es 23,5 Kilometer und 1656 Höhenmeter auf die Passhöhe auf 2042 Metern, im Schnitt 6,9 Prozent, in den Spitzen 16. Der Pass liegt im Lagorai im Trentino, einer der wildesten und am dünnsten besiedelten Bergketten der Ostalpen. Für Lkw und Busse ist die schmale Straße gesperrt, die Südrampe hat zehn enge Kehren, die Nordrampe nach Molina di Fiemme dreizehn.

Routenbeschreibung

Die Südauffahrt ist ein Anstieg mit zwei Gesichtern. Die ersten zwölf Kilometer steigen moderat mit vier bis sieben Prozent durchs enge, fast urwaldhafte Tal des Maso-Bachs. Es ist die Sorte Steigung, die sich harmlos anfühlt und trotzdem Körner kostet, weil sie nie aufhört.

Ab Kilometer 13 wird es ernst. Die Steilstücke kommen jetzt in Serie, ab Kilometer 17 hält die Straße durchgehend acht bis elf Prozent, mit Rampen bis 16. Der Wald lichtet sich, die Straße windet sich über Almen mit Kühen und allem, was dazugehört, das letzte Stück zur Passhöhe ist alpin und völlig still. Oben: ein kleiner See, ein Rifugio, und der Blick über die Granitkämme des Lagorai.

Geschichte und Rennsport

Der Giro d’Italia kam 1976 zum ersten Mal über den Manghen, als einziges Mal von Norden. Es wurde ein historischer Tag: Eddy Merckx, fünffacher Giro-Sieger, verlor am Manghen den Anschluss und mit ihm jede Hoffnung auf die Gesamtwertung. Es blieb sein letzter Giro. 1999 zerlegte Marco Pantanis Mercatone Uno am Manghen das Feld, Pantani überquerte den Pass als Erster und gewann oben in Alpe di Pampeago. 2008 startete Emanuele Sella hier seine 50-Kilometer-Soloflucht zum Etappensieg.

Sein größter Auftritt kam 2019, Etappe 20: Weil der Gavia im Schnee versank, wurde der Manghen kurzfristig zur Cima Coppi, dem höchsten Punkt des Giro. Giulio Ciccone attackierte am Fuß des Anstiegs, am Ende gewann Pello Bilbao vor Mikel Landa. Sechs Befahrungen in über 40 Jahren: Der Manghen bleibt ein seltener, gefürchteter Gast im Giro.

Praktische Tipps

Die Passstraße hat Wintersperre, in der Regel von Ende November bis Mitte April, fahrbar ist der Manghen verlässlich von Mai bis Oktober. Verpflegung unten in Borgo Valsugana, oben am Rifugio Passo Manghen, dazwischen kommt nichts. Der Belag ist ordentlich, aber die Straße bleibt schmal: An Sommerwochenenden teilen sich Rennräder und Motorräder die Kehren. Wer die komplette Überquerung fährt, sollte für die Nordabfahrt nach Molina di Fiemme Konzentration übrig haben, auch dort ist es eng.

Wie schlägt sich der Manghen?

In Länge und Charakter ist der Manghen das Trentiner Gegenstück zum Passo di Gavia: lang, einsam, hinten raus brutal, nur ohne dessen Ruhm. Der Passo di Giau in den Dolomiten ist steiler, aber deutlich kürzer. Wer wissen will, wie sich Giro-Etappen der alten Schule angefühlt haben, findet kaum einen besseren Lehrmeister.

Der Passo Manghen gehört zu den Top 50 unserer 100 Climbs, auf den 100-Climbs-Postern und auf der kompakten 50er-Edition.

Eigene Erfahrungen

Im Rahmen der Tour de Friends 2022 sind wir den Passo del Manghen von Borgo Valsugana aus gefahren. Mit einem Anstieg von insgesamt 1656 Höhenmetern verteilt auf 23,5 km ist der Passo del Manghen offiziell der längste Anstieg, den ich je gefahren bin. Die Steigung beträgt im Schnitt 6,9 %, wechselt aber stark. Gerade zum Ende hin sind da ein paar echt fiese Rampen, die man überwinden muss. Und so kurbelt man (oder besser Frau) sich etwas unter zwei Stunden kontinuierlich das Ding hoch. Dabei wechselt die Landschaft stark vom teilweise Urwald-haften Tal mit reichlich Verkehr hin zur doch sehr alpinen einsamen Bergstraßen auf 2042 Metern Höhe, mit Kühen und allem drum und dran. Oben angekommen hat man einen herrlichen Blick auf (bei feuchtem Wetter) wolkenverhangene Berge. Der Passo del Manghen ist auch beliebt bei Motorrad-Fahrern.

Wie lang ist der Anstieg zum Passo Manghen?

Von Borgo Valsugana 23,5 Kilometer mit 1656 Höhenmetern, im Schnitt 6,9 Prozent. Die Nordrampe von Molina di Fiemme ist mit rund 16 Kilometern kürzer, aber ähnlich steil.

War der Passo Manghen im Giro d’Italia?

Sechsmal seit 1976, zuletzt 2019, als er als kurzfristige Cima Coppi den eingeschneiten Gavia ersetzte. 1976 verlor Eddy Merckx hier seine letzten Giro-Hoffnungen, 1999 dominierte Pantanis Team den Anstieg.

Wann ist der Passo Manghen offen?

Die Wintersperre dauert in der Regel von Ende November bis Mitte April. Verlässlich fahrbar ist der Pass von Mai bis Oktober, im Frühsommer kann oben noch Schnee am Straßenrand liegen.