- Anstieg
- 1844 hm
- Distanz Anstieg
- 24.9 km
- max. Steigung
- 15 %
- ø Steigung
- 7.4 %
Das Stilfser Joch (Passo dello Stelvio) ist ab Prad im Vinschgau ein HC-Climb über 24,9 km und 1.844 Höhenmeter mit durchschnittlich 7,4 % Steigung, in der Spitze 15 %. Bis zur Passhöhe auf 2.758 m zählst du 48 nummerierte Kehren. Kein asphaltierter Pass in Italien liegt höher.
48 Kehren, 2.757 Meter Passhöhe, der höchste asphaltierte Alpenpass Italiens. Das Stilfser Joch ist kein Anstieg. Es ist ein Lebenswerk auf dem Rennrad.
Die Strecke
Drei Auffahrten, drei komplett verschiedene Erlebnisse. Von Prad am Stilfserjoch (Südtirol) sind es 24,9 km mit 1.844 Höhenmetern. Durchschnittlich 7,4%, maximal 15%. Die berühmten 48 Kehren beginnen nach den ersten flacheren Kilometern durch den Wald. Ab Kilometer 8 wird es ernst: die Kehren stapeln sich übereinander, sichtbar von unten bis oben. Du siehst wo du hinmusst. Das kann motivieren. Oder demoralisieren.
Von Bormio (Lombardei) sind es 21,5 km mit 1.533 Höhenmetern. Steiler, direkter, weniger Kehren, dafür erbarmungsloser Gradient. Die letzten 5 Kilometer über 10% im Schnitt. Diese Seite kennt man aus dem Giro.
Die dritte Auffahrt über den Umbrailpass (Schweiz) ist die längste und ruhigste. 34 km, dafür gleichmäßiger. Wenig Verkehr, spektakuläre Einsamkeit.
Geschichte und Radsport
Das Stilfser Joch ist seit 1953 fester Bestandteil des Giro d’Italia. Die legendärste Etappe: 2012, als Thomas De Gendt alleine durch Schnee und Nebel über den Pass fuhr. Oder 2014, als Nairo Quintana bei Regen und 4°C das Feld zerlegte.
Coppi fuhr hier, Merckx fuhr hier, Pantani fuhr hier. Die Passhöhe mit der Tibetfahne und dem Café ist einer der ikonischsten Orte des Radsports.
Tipps für Radfahrer
Die Passstraße ist von Juni bis Oktober geöffnet, abhängig von der Schneelage. Juli und August sind überlaufen: Motorräder, Wohnmobile, Reisebusse. Die beste Zeit: Mitte Juni (direkt nach Öffnung, Schnee liegt noch am Rand) oder September.
Starte von Prad, 7 Uhr morgens. Die Südseite bekommt früh Sonne, der Asphalt ist gut. Oben wird es kalt: auch im Sommer selten über 10°C. Armlinge und Windweste sind Pflicht. Für die Abfahrt nach Bormio eine echte Jacke mitnehmen.
Wer lieber von Bormio startet: Dort beginnt eine der drei Auffahrten direkt im Ort, übernachtet haben wir im Radhotel La Genzianella.

Der Stelvio war 2018 mein erster Pass überhaupt und mir war nicht ganz klar ob ich es überhaupt schaffen werde, den Anstieg zu bezwingen. Es ist gelungen und war fantastisch, wenn auch nicht meine bewegendste Fahrt.

