Passo del Mortirolo, ITA

Anstieg
1360 hm
Distanz Anstieg
12.2  km
max. Steigung
18 %
ø Steigung
11.1 %

Der Passo del Mortirolo ist ab Mazzo di Valtellina ein HC-Climb über 12,2 km und 1.360 Höhenmeter mit durchschnittlich 11,1 % Steigung, in der Spitze 18 %. Die schmale Straße bleibt fast durchgehend zweistellig und lässt bis auf 1.852 m kaum Erholung zu. Seit 1990 steht er im Programm des Giro d’Italia, ein Denkmal erinnert an Marco Pantanis Angriff von 1994.

Climb Goals: Pure Data Edition DIN A1 Poster

Bucket-List Print: Passo del Mortirolo

Südwestlich des Gaviapasses liegt der Passo del Mortirolo, auch Passo della Foppa genannt. Von Mazzo di Valtellina aus ist er einer der gefürchtetsten Anstiege Italiens und gehört zum festen Repertoire des Giro d’Italia. Kein hoher Pass, kein grosses Panorama, dafür eine schmale Waldstrasse mit Steigungen, die selbst die stärksten Kletterer an ihre Grenze bringen. Eine Legende des Strassenradsports.

Der Passo del Mortirolo im Überblick

Die klassische Auffahrt von Mazzo di Valtellina ist 12,2 Kilometer lang und sammelt rund 1360 Höhenmeter, im Schnitt 11,1 Prozent. In der Spitze sind es bis zu achtzehn Prozent. Der Scheitel liegt auf 1852 Metern. Was den Mortirolo so hart macht, ist nicht die Länge und nicht die Höhe, sondern die unerbittliche Steilheit, die kaum eine Kehre nachlässt. Der Name geht auf die Toten und Kämpfe des Ersten Weltkriegs zurück.

Die Auffahrt von Mazzo

Schon nach den ersten Metern aus Mazzo heraus zieht die Strasse an. Ab etwa Kilometer drei beginnt das brutale Mittelstück, das den Ruf des Mortirolo begründet. Auf rund fünf Kilometern hält die Strasse zwölf bis fünfzehn Prozent, mit kurzen Rampen bis achtzehn. Hier gibt es keine Erholung, keine flache Kehre, nur Wald, Stille und die nächste Steigung.

Die dichten Wälder nehmen die Sicht und verstärken das Gefühl der Abgeschiedenheit. Erst im letzten Drittel, oberhalb der Baumgrenze, lässt der Gradient etwas nach und gibt den Blick frei. Wer hier noch Körner hat, hat sich unten zu gut eingeteilt. Den Mortirolo fährt man nicht, man überlebt ihn.

Geschichte und Rennsport

Ursprünglich war der Mortirolo eine steile Handelsroute. Seit 1990 ist die Auffahrt von Mazzo etwa alle zwei Jahre Teil des Giro d’Italia und wird dort regelmässig zur Königsetappe erklärt. Unsterblich machte den Pass eine Etappe im Jahr 1994. Am 5. Juni schickte der Giro das Feld über Stelvio, Mortirolo und Santa Cristina nach Aprica. Am Mortirolo attackierte Marco Pantani, distanzierte den übermächtigen Miguel Indurain und fuhr einen der berühmtesten Solo-Siege der Radsportgeschichte ein.

Fünf Kilometer unter der Passhöhe steht seit 2006 ein Denkmal für Pantani, das Memorial Pantani. Bei Giro-Etappen wird für den ersten Fahrer am Mortirolo ein eigener Preis ausgelobt, die Cima Pantani. Mehr als ein Kletterer hat den Mortirolo als härtesten Anstieg im Profiradsport bezeichnet, und wer einmal oben war, widerspricht ungern.

Praktische Tipps

Eine leichte Übersetzung ist am Mortirolo kein Luxus, sondern Voraussetzung. Bei konstant über zehn Prozent zählt jede Ritzel-Reserve. Wer kann, fährt eine Kompaktkurbel mit grossem Ritzelpaket, alles andere wird auf den Steilstücken zur Tortur.

Die Strasse ist schmal und führt fast durchgehend durch Wald, das hält die Hitze draußen, nimmt aber auch den Fahrtwind. Verkehr ist wenig unterwegs, was die Auffahrt trotz aller Härte angenehm einsam macht. Die Saison reicht grob von Mai bis Oktober. Unten in Mazzo gibt es Verpflegung, am Berg selbst kaum etwas, also vorher auffüllen.

Von Bormio aus erreicht man Mortirolo, Gavia und Stelvio gut. Wir haben dort im Radhotel La Genzianella übernachtet.

Wie schlägt sich der Mortirolo?

Der Mortirolo ist der Schmerzpol unter den grossen italienischen Anstiegen. Den Passo di Gavia ein Tal weiter fährt man wegen der Landschaft und der Höhe, den Mortirolo fährt man wegen der reinen Steigung. In dieselbe Kategorie der gnadenlosen Wände gehört der Monte Zoncolan, der andere Giro-Albtraum. Gavia, Zoncolan, Mortirolo: drei verschiedene Arten zu leiden, und der Mortirolo ist die direkteste.

Der Mortirolo gehört für uns zu den Climbs, die jeder Steilrampen-Fan einmal gefahren haben muss. Wer ihn sich an die Wand holen will, findet ihn auf unseren 100-Climbs-Postern, die Top-50-Edition gibt es zusätzlich im kompakteren Format.

Wie steil ist der Passo del Mortirolo?

Die Auffahrt von Mazzo di Valtellina klettert im Schnitt 11,1 Prozent über 12,2 Kilometer, mit Rampen bis zu achtzehn Prozent. Das brutale Mittelstück hält über mehrere Kilometer zwölf bis fünfzehn Prozent ohne echte Erholung.

Warum ist der Mortirolo so berühmt?

Der Mortirolo gilt als einer der härtesten Anstiege im Profiradsport. Berühmt wurde er durch die Giro-Etappe 1994, als Marco Pantani hier attackierte und einen legendären Solo-Sieg holte. Fünf Kilometer unter dem Scheitel erinnert das Memorial Pantani an ihn.

Welche Übersetzung braucht man am Mortirolo?

So leicht wie möglich. Bei konstant über zehn Prozent und Rampen bis achtzehn Prozent ist eine Kompaktkurbel mit grossem Ritzelpaket dringend zu empfehlen. Wer zu schwer übersetzt ist, kommt auf den Steilstücken kaum noch in Tritt.