Ötztaler Gletscherstraße, AUT

1450 hm
Anstieg

14  km
Distanz Anstieg

14 %
max. Steigung

10.4 %
ø Steigung

Climb Goals: Pure Data Edition DIN A1 Poster

Bucket-List Print: Ötztaler Gletscherstraße

Die Ötztaler Gletscherstraße ist kein Pass, sondern eine Sackgasse mit Ansage: von Sölden hinauf zum Rettenbachferner und durch den Rosi-Mittermaier-Tunnel zum Tiefenbachferner. Am Tunnelende liegt mit 2829 Metern der höchste Punkt der Alpen, den man auf Asphalt erreichen kann. Dazwischen liegen 14 Kilometer, die kaum je unter zehn Prozent fallen.

Die Gletscherstraße im Überblick

Ab Sölden sind es 14 Kilometer und 1450 Höhenmeter, im Schnitt 10,4 Prozent, in der Spitze 14 Prozent. Kategorie HC ohne Diskussion. Es gibt in den Alpen längere Anstiege und es gibt steilere Rampen, aber kaum eine Kombination aus dieser Länge und diesem Schnitt. Wer Vergleichswerte mag: Das ist Mortirolo-Territorium, nur 1000 Meter höher.

Routenbeschreibung

Nach einem kurzen Rollstück aus Sölden geht es sofort zur Sache. Ab Kilometer zwei stehen zwölf bis dreizehn Prozent an, durch Waldkehren, vorbei an der Mautstelle. Eine kurze Atempause um Kilometer acht, mehr nicht. Danach klettert die Straße in offenem Gelände konstant mit zehn bis zwölf Prozent weiter, die Luft wird spürbar dünner.

Das Finale ab Kilometer zwölf ist das härteste Stück: noch einmal Rampen um vierzehn Prozent, ehe der Parkplatz am Rettenbachferner auf knapp 2800 Metern erreicht ist. Wer das volle Programm will, fährt durch den 1,7 Kilometer langen Rosi-Mittermaier-Tunnel und steht am höchsten asphaltierten Punkt der Alpen, 2829 Meter, mit Blick auf den Tiefenbachferner.

Geschichte und Rennsport

Gebaut wurde die Straße 1972, um das Gletscherskigebiet zu erschliessen. Der Rosi-Mittermaier-Tunnel kam 1982 dazu, benannt nach der deutschen Skirennläuferin, und ist der höchstgelegene Straßentunnel Europas. Bis heute gehört die Straße den Bergbahnen Sölden, im Herbst startet hier der alpine Ski-Weltcup in die Saison.

Der grosse Radsport-Moment kam 2005: Die Deutschland Tour verlegte ihre Königsetappe mit Bergankunft an den Rettenbachferner. Levi Leipheimer gewann vor seinem Gerolsteiner-Teamkollegen Georg Totschnig, Jan Ullrich wurde Dritter, und Leipheimer legte an diesem Berg den Grundstein zu seinem Gesamtsieg. Der Ötztaler Radmarathon führt übrigens nicht hier hinauf, dessen Finale ist das Timmelsjoch. Die Gletscherstraße ist das noch härtere Stück Sölden.

Praktische Tipps

Radfahrer passieren die Mautstelle kostenlos, die Maut gilt dem motorisierten Verkehr. Befahrbar ist die Straße in der Regel vom späten Frühjahr bis in den Herbst, von Dezember bis Mitte April ist sie gesperrt. Oben ist es auch im Hochsommer kalt, Windweste und Armlinge gehören in die Trikottasche. Für die Abfahrt gilt: 1450 Höhenmeter bei über zehn Prozent verlangen den Bremsen alles ab, lieber zweimal anhalten.

Wie schlägt sich die Gletscherstraße?

Gegen das benachbarte Timmelsjoch ist die Gletscherstraße kürzer, aber deutlich steiler und höher. Und gegen das Kitzbüheler Horn, Österreichs steilsten Rennrad-Berg, hält sie mit schierer Höhe dagegen: Das Horn ist der brutalere Schlag, die Gletscherstraße der längere Atem auf fast 3000 Metern. Wer beide gefahren ist, weiss, was Tirol Rennradfahrern zumuten kann.

Die Gletscherstraße gehört zu den Top 50 unserer 100 Climbs, auf den 100-Climbs-Postern und auf der kompakten 50er-Edition.

Ist die Ötztaler Gletscherstraße die höchste Straße der Alpen?

Der höchste per Asphalt erreichbare Punkt der Alpen liegt am Ende des Rosi-Mittermaier-Tunnels auf 2829 Metern. Höher führt keine asphaltierte Straße. Der höchste echte Pass der Alpen ist dagegen der Col de l’Iseran mit 2764 Metern.

Müssen Radfahrer auf der Gletscherstraße Maut zahlen?

Nein. Die Mautstelle oberhalb von Sölden gilt für Autos und Motorräder, Radfahrer passieren kostenlos.

Wie steil ist die Ötztaler Gletscherstraße?

Im Schnitt 10,4 Prozent über 14 Kilometer, mit Spitzen bis 14 Prozent. Die Steigung fällt nach den ersten zwei Kilometern kaum noch unter zehn Prozent, dazu kommt die Höhe: Das Finale spielt sich über 2500 Metern ab.