1132 hm
Anstieg
13.7 km
Distanz Anstieg
13 %
max. Steigung
8.3 %
ø Steigung
Der Nufenenpass verbindet das Walliser Goms mit dem Tessiner Bedrettotal, auf 2478 Metern. Das macht ihn zur höchsten Passstrasse, die komplett innerhalb der Schweiz liegt. Er ist auch eine der jüngsten: Die Strasse wurde erst 1969 eröffnet. Von Ulrichen aus ist der Nufenen ein kompakter, ehrlicher Hochgebirgsanstieg ohne Verschnaufkilometer.
Der Nufenen im Überblick
Von Ulrichen sind es 13,7 Kilometer und 1132 Höhenmeter, im Schnitt 8,1 Prozent, in der Spitze 13 Prozent. Kategorie HC. Auf der Passhöhe trennen sich Wallis und Tessin, gleich östlich davon entspringt der Ticino. Die Abfahrt führt durchs Bedrettotal hinunter nach Airolo, am Fuss des Gotthards.
Die Auffahrt von Ulrichen
Nach einem kurzen Auftakt aus dem Goms zieht die Strasse sofort an. Schon der dritte und vierte Kilometer rechnen sich auf über zehn Prozent, in Waldkehren mit der steilsten Stelle des Anstiegs. Bei Kilometer fünf gönnt ein kurzes Flachstück im Ägenetal eine Pause, die einzige.
Danach klettert die Strasse über der Baumgrenze konstant mit acht bis elf Prozent: lange Geraden am Hang, dann die Schluss-Serpentinen unter der Felswand zur Passhöhe. Oben öffnet sich der Blick auf den Griesgletscher mit dem Stausee und den Windrädern, dahinter die Berner Alpen mit dem Finsteraarhorn. Karg, weit, grandios.
Geschichte und Rennsport
Der Nufenen ist ein Kind des Autozeitalters: 1964 bis 1969 gebaut, am 5. September 1969 eröffnet. Eine alte Saumpfad-Tradition wie am Gotthard gibt es hier nicht, dafür eine moderne, gut trassierte Strasse, die schnell zu einem festen Punkt für Pässe-Sammler wurde.
Die Tour de Suisse nutzt den Nufenen gern als Teil ihres härtesten Rundkurses: Ulrichen über Nufenen, Gotthard und Furka zurück nach Ulrichen, gefahren als Schlussetappe 2000 und 2005. 2019 sprang genau dieser Rundkurs kurzfristig für die abgesagte Susten-Königsetappe ein, Hugh Carthy gewann nach langem Solo. 2024 strich die Rundfahrt den Nufenen dagegen selbst, Schnee im Juni. Auch das gehört zu einem Pass auf 2478 Metern.
Praktische Tipps
Die Saison läuft in der Regel von Juni bis Oktober. Zwischen Ulrichen und der Passhöhe gibt es keine Verpflegung, oben steht ein Berghaus. Das Wetter wechselt hier oben schnell, eine Windjacke für die Abfahrt ins Bedrettotal ist Pflicht. Wer die grosse Runde will, fährt den Tour-de-Suisse-Klassiker weiter über Gotthard und Furka, gut 100 Kilometer mit rund 3000 Höhenmetern.
Wie schlägt sich der Nufenen?
Im Dreieck mit dem Gotthard und dem Furkapass ist der Nufenen der steilste und der einsamste. Der Gotthard hat das Kopfsteinpflaster der Tremola, die Furka das Hotel-Belvédère-Panorama, der Nufenen hat die konstant härtesten Prozente und die wenigsten Autos. Wer wissen will, wie sich die Schweiz ganz oben anfühlt, bekommt hier die direkteste Antwort.
Der Nufenen ist auf unseren 100-Climbs-Postern verewigt, in fünf Stilen.
Ist der Nufenenpass der höchste Pass der Schweiz?
Der Nufenen ist mit 2478 Metern die höchste Passstrasse, die vollständig innerhalb der Schweiz liegt. Der Umbrailpass ist zwar höher, liegt aber direkt an der italienischen Grenze.
Wie schwer ist der Nufenen von Ulrichen?
13,7 Kilometer mit 1132 Höhenmetern bei durchschnittlich 8,1 Prozent, maximal 13 Prozent. Nach dem kurzen Flachstück im Ägenetal fällt die Steigung kaum noch unter acht Prozent. Kompakt, aber ohne Erholung.
Wann ist der Nufenenpass offen?
In der Regel von Juni bis Oktober. Selbst im Frühsommer kann Schnee die Passhöhe blockieren, 2024 musste sogar die Tour de Suisse deswegen umplanen.
