1210 hm
Anstieg
10.5 km
Distanz Anstieg
22 %
max. Steigung
11.5 %
ø Steigung
22% Steigung. Auf Asphalt. Im Profi-Peloton. Der Monte Zoncolan in Friaul ist kein normaler Anstieg. Er ist die Grenze dessen, was auf einem Rennrad fahrbar ist.
Die Strecke
Zwei Seiten, zwei komplett verschiedene Erlebnisse. Die Ostseite von Ovaro ist die brutale: 10,1 km, 1.210 Höhenmeter, 12% Durchschnitt. Das alleine klingt hart. Wird aber erst real wenn man die Rampen bei Kilometer 3 bis 7 sieht: konstant 14-22%, Abschnitte wo du im Stehen kaum vorankommst. Kein Flachstück, kein Verschnaufen. Die Straße ist schmal, der Belag rau, die Bäume stehen so dicht dass kaum Licht durchkommt.
Die Westseite von Sutrio ist „leichter“. 13,5 km, 8,5% Durchschnitt. Immer noch ein ernsthafter Anstieg, aber ohne die Brutalo-Rampen. Breitere Straße, besserer Belag, mehr Ausblick. Die meisten Hobbyfahrer wählen diese Seite. Kein Vorwurf.
Oben: eine Skistation, ein Café, und der Blick über die Karnischen Alpen. Wer die Ostseite geschafft hat, trinkt seinen Espresso mit besonderer Genugtuung.
Geschichte und Radsport
Der Giro d’Italia entdeckte den Zoncolan 2003. Seitdem ist er regelmäßig im Programm und jedes Mal ein Schlachtfeld. Gilberto Simoni gewann die erste Bergankunft, Ivan Basso dominierte 2010, Chris Froome zerstörte das Feld 2018 auf der Ostseite mit einem 80-km-Solo.
Die Ostseite gilt als einer der drei steilsten asphaltierten Anstiege Europas, gemeinsam mit dem Angliru und dem Muro di Sormano. Aber im Gegensatz zu beiden ist der Zoncolan lang. 10 Kilometer bei diesem Gradient. Das macht den Unterschied.
Tipps für Radfahrer
Kompaktkurbel ist Minimum. 34/32 oder niedriger. Alles andere ist Selbstüberschätzung. Die Ostseite erfordert konstantes Wiegetritt-Fahren auf den steilsten Abschnitten. Wer das nicht trainiert hat, steigt ab.
Beste Zeit: Juni bis September. Die Straße ist schmal und hat wenig Verkehr. Wasser gibt es in Ovaro (Start Ostseite) und oben an der Skistation. Dazwischen nichts. Morgens starten, die Ostseite liegt bis Mittag im Schatten. Am Nachmittag kann es in den engen Waldpassagen schwül werden.

