1599 hm
Anstieg
21.2 km
Distanz Anstieg
14 %
max. Steigung
7.5 %
ø Steigung
Der Mont Ventoux. Der Géant de Provence. 1.909 Meter über der Lavendellandschaft der Provence, das letzte Drittel komplett kahl, weißer Kalkstein, die Sonne brennt, kein Schatten. Es gibt kaum einen Anstieg, der so viel Respekt einflößt wie dieser.
Drei Auffahrten führen auf den Gipfel. Die klassische von Bédoin (21,5 km, 7,5% Durchschnitt), die harte von Malaucène (21,2 km, 7,2%) und die „leichte“ von Sault (26 km, 4,4%). Leicht ist relativ. Alle drei enden auf demselben kahlen Gipfel, an demselben Observatorium, mit demselben Blick bis zum Mittelmeer.
Die Auffahrt von Bédoin ist die berühmteste. Die ersten Kilometer durch den Ort täuschen. Flach, fast gemütlich. Dann biegt die Straße in den Wald ab und das Profil ändert sich schlagartig. Zwischen Kilometer 6 und 15 liegen die brutalsten Abschnitte: 9 Kilometer mit konstantem 9-10% Gradient, durch dichten Wald, ohne Aussicht, ohne Ablenkung. Nur du, die Straße und die Frage, warum du das hier machst.
Am Chalet Reynard, Kilometer 15, kommt die Baumgrenze. Ab hier wird alles anders. Der Wald verschwindet, die Mondlandschaft beginnt. Weißer Kalkstein, Wind von allen Seiten, die letzten 6 Kilometer komplett exponiert. Bei Mistral wird es zur Überlebensübung. Bei Windstille zur Meditation. Der Blick öffnet sich über die gesamte Provence, an klaren Tagen bis zu den Alpen und den Pyrenäen.
Der Ventoux und die Tour de France sind untrennbar verbunden. Seit 1951 ist er regelmäßig im Programm. Hier brach Tom Simpson 1967 zusammen und starb, wenige hundert Meter unter dem Gipfel. Sein Denkmal steht noch heute am Straßenrand, Kilometer 19,5. Hier hat Pantani 2000 seinen legendären Solo-Angriff gestartet. Hier hat Chris Froome 2013 die Tour de France entschieden.
Tipps für Radfahrer
Wer den Ventoux wirklich kennenlernen will, fährt alle drei Seiten an verschiedenen Tagen. Bédoin ist der Klassiker, Malaucène die technisch anspruchsvollste (mehr Tempowechsel), Sault die längste, aber gleichmäßigste. Locals fahren Bédoin hoch und Sault runter, als Rundtour.
Beste Jahreszeit: Mai bis Juni oder September. Im Hochsommer ist es unerträglich heiß (40°C+ auf der exponierten Strecke), und die Straße ist mit Touristen-Autos verstopft. Die Passhöhe ist von November bis April oft wegen Schnee gesperrt.
Tipp: Starte früh. 6:30 Uhr ab Bédoin heißt, du bist oben bevor die Hitze und die Autos kommen. Wasser mitnehmen: zwischen Bédoin und dem Gipfel gibt es nur am Chalet Reynard eine Möglichkeit, Flaschen aufzufüllen.

