Madonna del Ghisallo, ITA

Anstieg
478 hm
Distanz Anstieg
17  km
max. Steigung
11 %
ø Steigung
2.8 %

Die Madonna del Ghisallo ist ab Erba ein Kategorie-2-Climb über 17 km und 478 Höhenmeter mit durchschnittlich 2,8 % Steigung, in der Spitze 11 %. Oben auf 760 m steht die Kapelle der Schutzpatronin der Radfahrer, direkt daneben das Radsportmuseum. Der Anstieg gehört seit Jahrzehnten zur Lombardei-Rundfahrt.

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Bucket-List Print: Madonna del Ghisallo

Die Madonna del Ghisallo ist kein gewöhnlicher Anstieg. Oben auf dem Hügel bei Magreglio, hoch über dem Comer See, steht die Wallfahrtskapelle der Schutzpatronin der Radfahrer. Kein anderer Ort verbindet Radsport und Mythos so direkt. Sportlich ist der Ghisallo gut machbar, historisch ist er einer der wichtigsten Punkte des italienischen Radsports.

Der Ghisallo im Überblick

Die Route hier führt von Erba über Magreglio nach Bellagio: 17 Kilometer, 478 Höhenmeter, im Schnitt 2,8 Prozent, in der Spitze elf Prozent. Die Kapelle steht auf rund 754 Metern. Es gibt zwei Gesichter: die sanfte Südseite aus dem Vallassina-Tal und die klassische Seite von Bellagio direkt am See, kürzer und deutlich steiler.

Routenbeschreibung

Von Erba aus bleibt die Strasse lange flach. Die ersten acht Kilometer ziehen mit zwei bis drei Prozent durchs Tal, erst ab Kilometer neun stellt sich eine erste Rampe mit rund sieben Prozent auf. Danach rollt es wellig weiter, bevor die letzten zwei Kilometer vor Magreglio noch einmal anziehen. Dort liegt die steilste Stelle der Auffahrt, kurz elf Prozent. Dann steht man vor der Kapelle.

Die berühmtere Seite startet in Bellagio. Knapp zehn Kilometer mit gut 550 Höhenmetern, Kehren mit Seeblick, ein Zwischengefälle in der Mitte und ein steiles Finale. Das ist die Richtung, aus der die Profis der Lombardei-Rundfahrt kommen, und die Richtung, die sich einprägt.

Geschichte und Rennsport

Der Name geht auf eine Legende zurück: Graf Ghisallo soll hier, von Räubern überfallen, bei einem Marienbild Rettung gefunden haben. Die Kapelle stammt von 1623. Radsportgeschichte wurde sie im Oktober 1949, als Papst Pius XII. die Madonna del Ghisallo auf Initiative des Ortspfarrers Ermelindo Viganò offiziell zur Schutzpatronin der Radfahrer erklärte. Schon im Herbst zuvor hatte eine Staffel von Profis eine Fackel von Castel Gandolfo zum Ghisallo getragen, darunter Fausto Coppi und Gino Bartali. Sie steht heute in der Kapelle, daneben brennt die ewige Flamme für die verstorbenen Fahrer.

Die Kapelle ist voll mit Weihegaben: Räder und Trikots von Coppi, Eddy Merckx, Francesco Moser und Alfonsina Strada, der ersten Frau im Giro. Seit 2006 ergänzt das Museo del Ciclismo direkt nebenan die Sammlung. Im Rennkalender gehört der Ghisallo der Lombardei-Rundfahrt: 1919 zum ersten Mal im Programm, Costante Girardengo war damals Erster oben, und seitdem ist der Anstieg mit wenigen Ausnahmen das Markenzeichen des Klassikers des fallenden Laubs. Auch der Giro d’Italia hat hier immer wieder vorbeigeschaut.

Praktische Tipps

Der Ghisallo liegt tief genug, um fast ganzjährig fahrbar zu sein, am schönsten ist er im Frühjahr und Herbst. Oben gibt es Bar, Museum und die berühmte Bronzestatue des Radfahrers, dazu jede Menge Gleichgesinnte. Wer von Bellagio startet, kombiniert die Auffahrt am besten mit der Fähre über den See. An Sommerwochenenden ist auf der Seestrasse einiges los, früh starten lohnt sich.

Wie schlägt sich der Ghisallo?

Als sportliche Prüfung ist der Ghisallo der freundliche Einstieg in die Lombardei. Die echte Härte wartet ein paar Kilometer weiter am Muro di Sormano, der auf zwei Kilometern alles abverlangt, was der Ghisallo freiwillig hergibt. Und wer den italienischen Mythos in gross sucht, findet ihn am Stelvio. Der Ghisallo gewinnt dafür eine andere Wertung: kein Anstieg hat mehr Radsport-Seele pro Höhenmeter.

Eigene Erfahrung

Wir sind den Anstieg zwar von Bellagio kommend gefahren, dennoch hielt sich die Herausforderung in Grenzen. War gut zu fahren und als Belohnung wartet am Gipfel die berühmte Rennrad Bronze als Hotspot der Fahrrad-Touristen.

Der Ghisallo gehört natürlich auch auf unsere 100-Climbs-Poster. Ein Anstieg, den man nicht wegen der Prozente sammelt, sondern wegen der Geschichte.

Warum ist die Madonna del Ghisallo die Schutzpatronin der Radfahrer?

Papst Pius XII. erklärte die Madonna del Ghisallo 1949 zur Schutzpatronin der Radfahrer, auf Vorschlag des örtlichen Pfarrers Ermelindo Viganò. In der Kapelle auf der Passhöhe brennt seither eine ewige Flamme für verstorbene Radsportler.

Welche Seite des Ghisallo soll ich fahren?

Die klassische Seite startet in Bellagio: knapp zehn Kilometer mit Kehren, Seeblick und einem steilen Finale. Von Erba über das Vallassina-Tal ist die Auffahrt deutlich sanfter und länger. Wer das Original der Lombardei-Rundfahrt will, fährt von Bellagio.

Wie schwer ist der Ghisallo?

Mit 478 Höhenmetern und maximal elf Prozent ist der Ghisallo für einen Klassiker-Anstieg moderat. Von Bellagio aus sind die Rampen knackiger, aber gut einteilbar. Die Belohnung oben ist ohnehin größer als die Anstrengung.