1071 hm
Anstieg
14.1 km
Distanz Anstieg
11 %
max. Steigung
7.6 %
ø Steigung
Der Glaubenbergpass ist der Schweizer Pass für Leute, die keine Reisebusse mögen. Zwischen Obwalden und dem Luzerner Entlebuch gelegen, verbindet er Sarnen mit Entlebuch über die grösste Moorlandschaft der Schweiz. Kein Postkarten-Klassiker, dafür hart und herrlich ruhig.
Der Glaubenbergpass im Überblick
Von Sarnen sind es 14,1 Kilometer und 1071 Höhenmeter auf die Passhöhe auf 1543 Metern, im Schnitt 7,7 Prozent, in den Spitzen 11 Prozent. Erst seit Oktober 2010 ist die Strasse durchgehend asphaltiert, vorher endete der Belag kurz unter der Passhöhe im Schotter. Die Umgebung steht im Bundesinventar: Die Moorlandschaft Glaubenberg ist mit rund 130 Quadratkilometern die grösste der Schweiz.
Routenbeschreibung
Die Sarner Seite stellt die Frage gleich am Anfang: Kilometer zwei und drei halten konstant zehn bis elf Prozent, der steilste Abschnitt der ganzen Auffahrt. Danach wird es wellig, fünf bis acht Prozent, mit kurzen flacheren Stücken zum Sortieren.
Ab Kilometer neun folgt der zweite Block: drei Kilometer mit neun bis elf Prozent, durch Wald und offenes Weideland. Kurz vor Langis verflacht die Strasse, dann zieht das Finale zur Passhöhe noch einmal auf acht Prozent an. Oben: Hochmoor, Wind, Weite. Die Abfahrt ins Entlebuch über Gfellen ist schmaler und kurviger als die Auffahrt.
Geschichte
Rennsport-Geschichte hat der Glaubenberg kaum, und das ist Teil seines Charakters. Die Gegend gehört dem Militär und den Mooren: Mitten in der Moorlandschaft liegt seit 1963 der zweitgrösste Schiessplatz der Schweiz, grosse Flächen sind seit den 1970ern in Armeebesitz. Dass die Passstrasse erst 2010 fertig asphaltiert wurde, erklärt, warum der Glaubenberg in keinem klassischen Pässe-Kanon auftaucht. Für Radfahrer ist genau das die Einladung: ein HC-Anstieg, den kaum jemand kennt.
Praktische Tipps
Von Sarnen bis Langis ist die Strasse ganzjährig offen, nur das Teilstück Gfellen-Langis auf der Entlebucher Seite hat Wintersperre, meist bis ins Frühjahr. Beste Zeit: Mai bis Oktober. Verpflegung in Sarnen oder im Berggasthaus Langis kurz unter der Passhöhe. An sonnigen Sommerwochenenden ist die Strasse bei Motorradfahrern beliebt, früh starten lohnt sich. Achtung auf den Schiessbetrieb-Beschilderungen rund ums Moor: markierte Zonen nicht verlassen.
Wie schlägt sich der Glaubenberg?
Mit 7,7 Prozent Schnitt über 14 Kilometer spielt der Glaubenberg in einer Liga mit deutlich berühmteren Schweizer Pässen. Der Sustenpass ist länger und gleichmässiger, der Nufenenpass höher und alpiner. Der Glaubenberg ist steiler als beide und hat dafür weder Gletscherblick noch Tourismus. Ein ehrlicher Arbeiterpass.
Der Glaubenbergpass ist auf unseren 100-Climbs-Postern im Format DIN A1 abgebildet.
Eigene Erfahrung
Durch die extrem pittoreske Schweizer Bergwelt zu radeln ist eine ganz besondere Erfahrung. Diese Mischung aus Luxus und Natur im Übermaß gibt es sonst nicht oft. Die Liebe der Schweizer zu Ihrem Heimatland nimmt oft seltsame Formen an (da werden Berge mit dem Schweizer Kreuz geschmückt). Die komplette Wahrnehmung – von außen betrachtet – ist für mich als ob alles in diesem Lande einer Heidi-Verfilmung entspringt.
Der der Glaubenbergpass, der nicht. Der ist hart und wie es für einen Schweizer Pass gehört herausfordernd. Das finden auch internationale Motorrad-Touristen und Möchtegern-Rennfahrer in Sportwägen. Dementsprechend keine allzu entspannte Verkehrssituation an einem sonnigen Sommerwochenende.



Ist der Glaubenbergpass ganzjährig offen?
Von Sarnen bis Langis ja. Nur der Abschnitt zwischen Gfellen und Langis auf der Entlebucher Seite ist im Winter gesperrt, in der Regel bis ins Frühjahr. Die komplette Überquerung geht also nur im Sommerhalbjahr.
Wie steil ist der Glaubenbergpass?
Von Sarnen im Schnitt 7,7 Prozent über 14,1 Kilometer, mit zwei Steilblöcken um zehn bis elf Prozent: gleich am Anfang bei Kilometer zwei bis drei und noch einmal ab Kilometer neun.
Was ist die Moorlandschaft Glaubenberg?
Mit rund 130 Quadratkilometern die grösste Moorlandschaft der Schweiz, eingetragen im Bundesinventar der Moorlandschaften von nationaler Bedeutung. Die Passstrasse führt mitten hindurch.
