1702 hm
Anstieg
18.8 km
Distanz Anstieg
12 %
max. Steigung
9.1 %
ø Steigung
Ab Kilometer 12 hört der Asphalt auf. Einfach so. Mitten im Anstieg wird die Straße zu Schotter. 7 Kilometer Sterrato bis zum Gipfel. Das ist der Colle delle Finestre. Der Pass, der den Giro d’Italia jedes Mal auf den Kopf stellt.
Die Strecke
Von Susa (Piemont) sind es 18,5 km mit 1.693 Höhenmetern. Die ersten 12 Kilometer sind asphaltiert: gut fahrbar, gleichmäßig 7-8% Steigung, durch Kastanienwald. Nichts Außergewöhnliches. Man könnte denken, es sei ein normaler Alpenpass.
Dann kommt das Schild: „Strada non asfaltata.“ Ab hier ändert sich alles. Der Schotter ist grob, unregelmäßig, teilweise mit losen Steinen. Die Steigung bleibt bei 8-9%, aber auf Schotter fühlt sich das doppelt an. Grip wird zum Thema. Wiegetritt funktioniert kaum, im Sitzen fehlt die Traktion. 25mm Reifen sind das absolute Minimum, 28mm besser. Tubeless empfohlen.
Die letzten 2 Kilometer vor der Passhöhe (2.178 m) sind die emotionalsten. Der Wald ist weg, die Almwiesen beginnen, der Blick öffnet sich über das gesamte Susa-Tal. Die Schotterstraße schlängelt sich in weiten Kurven nach oben. Am Gipfel steht ein kleines Denkmal. Stille. Wind. Staub auf den Schuhen.
Die Abfahrt Richtung Sestriere ist asphaltiert. Erleichterung.
Geschichte und Radsport
Der Finestre wurde 2005 erstmals im Giro d’Italia gefahren und sofort zur Legende. Der Schotter verwandelt jede Etappe in ein Abenteuer. 2015 zerstörte Alberto Contador das Feld auf dem Sterrato. 2018 fuhr Chris Froome seinen legendären 80-km-Solo über Finestre und Jafferau und gewann den Giro.
Die Organisatoren lieben den Finestre weil er das Peloton sprengt. Keine Mannschaftstaktik hilft auf Schotter. Hier zählt nur Kraft, Technik und Risikobereitschaft.
Tipps für Radfahrer
Reifenwahl ist alles. 25mm Clincher mit Schlauch funktionieren, aber ein Platten auf dem Schotter ist wahrscheinlich. Tubeless mit 28mm ist die sichere Wahl. Ersatzschlauch trotzdem mitnehmen.
Beste Zeit: Juli bis September. Die Schotterstraße ist erst spät im Jahr schneefrei. Wasser am Start in Susa, danach nichts bis zur Passhöhe. Die Abfahrt nach Sestriere ist schnell und asphaltiert. Wer den Finestre als Rundtour fahren will: Susa hoch, Sestriere runter, über den Col du Montgenèvre (Frankreich) zurück. 120 km, drei Länder, ein unvergesslicher Tag.

