- Anstieg
- 1220 hm
- Distanz Anstieg
- 17.6 km
- max. Steigung
- 11 %
- ø Steigung
- 6.9 %
Der Col du Galibier ist ab Valloire ein HC-Climb über 17,6 km und 1.220 Höhenmeter mit durchschnittlich 6,9 % Steigung, in der Spitze 11 %. Ab Plan Lachat zieht die Steigung an, die letzten Kilometer bis auf 2.642 m sind die härtesten. Seit 1911 gehört der Galibier zur Tour de France.
2642 Meter. Einer der höchsten asphaltierten Pässe der Alpen. Der Col du Galibier trennt das Maurienne-Tal vom Briançonnais und ist seit über hundert Jahren Pflichtprogramm der Tour de France. Am Gipfel steht ein Denkmal für Henri Desgrange, den Erfinder der Tour. Passender geht es nicht.
Der Col du Galibier im Überblick
Die klassische Auffahrt startet in Valloire. 17,6 Kilometer, 1220 Höhenmeter, im Schnitt 6,9 Prozent, in der Spitze um die elf Prozent. Das klingt machbar, aber die Höhe macht den Unterschied. Oben auf 2642 Metern wird die Luft dünn, und die letzten Kilometer ziehen sich. Der Gipfeltunnel auf 2556 Metern ist für Radfahrer gesperrt, die Passstrasse führt über die alte Route oberhalb des Tunnels zum eigentlichen Scheitel.
Die Auffahrt von Valloire
Die ersten Kilometer aus Valloire heraus sind moderat, vier bis sechs Prozent, fast zum Eingewöhnen. Ab Plan Lachat, etwa auf halber Strecke, wird es ernst. Die Strasse überquert den Bach, knickt ab und zieht den Gradienten auf acht bis neun Prozent, und dort bleibt er.
Die letzten zwei Kilometer unter dem Gipfeltunnel sind die härtesten. Exponiert, oft windig, immer wieder über zehn Prozent. Dann der Scheitel, und bei klarem Wetter ein Blick, der bis zum Mont Blanc reicht. Wer den Col du Télégraphe mitnimmt, der zwölf Kilometer vorher auf 1566 Metern liegt, kommt auf 34 Kilometer und über 2000 Höhenmeter am Stück. Valloire dazwischen ist die kurze Verschnaufpause.
Geschichte und Rennsport
Der Galibier ist seit 1911 Teil der Tour de France. Damals führte die Tour erstmals über den Pass, und Émile Georget war einer von nur drei Fahrern, die nicht abstiegen und schoben. Über sechzig Mal stand der Berg seither im Programm, meist als entscheidender Pass vor einer grossen Bergankunft. Am Südportal des Gipfeltunnels erinnert seit 1949 ein Denkmal an Henri Desgrange, den Erfinder und ersten Direktor der Tour. Nach ihm ist der Souvenir Henri Desgrange benannt, die Prämie für den ersten Fahrer am höchsten Punkt jeder Tour.
Die grossen Momente schrieb der Galibier im Regen und in der Höhe. 1998 attackierte Marco Pantani hier bei Schmuddelwetter auf dem Weg nach Les Deux Alpes, fuhr Jan Ullrich in Grund und Boden und holte sich das Gelbe Trikot, das er bis Paris trug. 2011, zum hundertsten Jahrestag der ersten Überquerung, endete erstmals eine Tour-Etappe direkt auf dem Galibier. Desgrange selbst nannte ihn einmal den erhabensten aller Pässe, und auf 2642 Metern, mit dem Mont Blanc am Horizont, widerspricht man ihm nur ungern.
Praktische Tipps
Die Passstrasse ist von Juni bis Oktober geöffnet, beste Zeit ist Juli oder September. Selbst im Hochsommer wird es oben kalt, fünf bis acht Grad sind normal. Windweste und Armlinge gehören in die Trikottasche, daran führt kein Weg vorbei.
Wasser gibt es in Valloire als letztem Ort und am Col du Télégraphe, danach nichts mehr bis zum Gipfel. Für die Abfahrt Richtung Briançon oder Lautaret unbedingt eine warme Schicht einpacken, siebzehn Kilometer bergab bei Kälte und Gegenwind kühlen schnell aus. Die Kombi Télégraphe plus Galibier ist einer der besten Trainingstage der Alpen, und wer noch mehr will, hängt die Abfahrt nach Bourg-d’Oisans und den Anstieg nach Alpe d’Huez an.
Wie schlägt sich der Galibier?
Der Galibier ist kein Steilheitsmonster, sein Pfund ist die Höhe. Er klettert weiter hinauf als fast jeder andere Tour-Pass und stellt die Beine in der dünnen Luft auf die Probe. Der Col du Tourmalet in den Pyrenäen ist sein Pendant im Westen, ähnlich lang, ähnlich legendär, nur tiefer gelegen. Den Charakter der grossen, kargen Höhe teilt er eher mit dem nahen Col d’Izoard. Drei Pässe, drei Tour-Mythen, und der Galibier ist der höchste davon.
Eigene Erfahrung
Glücklicherweise hatten wir die Gelegenheit an einem der 2 autofreien Tage des Jahres über den Galibier zu fahren. Nur Fahrräder und der Anstieg. Durchaus erstaunlich, dass sich sogar an einem solchen Tag nicht wahnsinnige Massen an Menschen über diesen prominenten Gipfel quälen. Wir fuhren von Le Monêtier-les-Bains bis nach Valloire bzw. den Col du Télégraphe. Und auch wieder zurück.
Der Galibier gehört für uns zu den Climbs, die man einmal gefahren haben muss. Wer sich den Pass an die Wand holen will, findet ihn auf unseren 100-Climbs-Postern, die Top-50-Edition gibt es zusätzlich im kompakteren Format.
Wie hoch ist der Col du Galibier?
Die Passhöhe liegt auf 2642 Metern, gemessen über den Scheitel oberhalb des Tunnels. Damit gehört der Galibier zu den höchsten asphaltierten Pässen der Alpen und ist bei der Tour de France regelmässig der höchste Punkt des ganzen Rennens.
Kann man durch den Galibier-Tunnel fahren?
Für Radfahrer ist der Tunnel auf 2556 Metern gesperrt. Die Passstrasse führt über die alte Route oberhalb des Tunnels zum eigentlichen Gipfel auf 2642 Metern. Diese letzten Meter sind die steilsten der ganzen Auffahrt.
Wann ist der Col du Galibier offen?
In der Regel von Juni bis Oktober, abhängig von der Schneelage. Beste Reisezeit ist Juli oder September. Oben bleibt es auch im Hochsommer kühl, warme Kleidung für den Gipfel und die Abfahrt ist Pflicht.

