Col de l’Iséran, FRA

2050 hm
Anstieg

47.4  km
Distanz Anstieg

10 %
max. Steigung

4.3 %
ø Steigung

Black & White 100: Grand Tour Edition DIN A1 Poster

Bucket-List Print: Col de l’Iséran

Der Col de l’Iseran ist mit 2764 Metern der höchste asphaltierte Gebirgspass der Alpen. Er verbindet in Savoyen die Hochtäler der Isère und des Arc, als Teil der Route des Grandes Alpes. Wer von Norden anfährt, hat fast 50 Kilometer Anstieg vor sich. Hier zählt nicht die Steilheit, sondern die schiere Dimension.

Der Iseran im Überblick

Die Nordauffahrt ab Seez bei Bourg-Saint-Maurice misst 47,4 Kilometer mit rund 2050 Höhenmetern, im Schnitt 4,2 Prozent, in der Spitze zehn Prozent. Der Schnitt täuscht: Dazwischen liegen Flachstücke und sogar kurze Abfahrten, die echten Klettersektionen sind deutlich steiler. Kategorie HC, allein wegen Länge und Höhe. Oben warten 2764 Meter und meist ein kalter Wind.

Die Auffahrt von Norden

Der Anstieg gliedert sich in drei Akte. Erster Akt: das Isère-Tal hinauf Richtung Sainte-Foy, wellig mit Rampen um acht bis zehn Prozent zwischen Kilometer acht und dreizehn. Zweiter Akt: die Galerien und kurzen Tunnel am Lac du Chevril, danach rollt es lange flach, an Tignes vorbei bis Val d’Isère. Hier kann man essen, trinken und durchatmen.

Dritter Akt: die letzten 16 Kilometer ab Val d’Isère. Konstant um sechs Prozent, mit kurzen Stücken bis zehn, in immer offenerem Hochgebirge. Bäume gibt es längst keine mehr, dafür Murmeltiere und einen Asphaltstrich, der sich in grossen Bögen zur Passhöhe zieht. Die Höhe arbeitet hier spürbar gegen die Beine.

Geschichte und Rennsport

Die Passstrasse wurde 1929 bis 1937 gebaut und am 10. Juli 1937 von Staatspräsident Albert Lebrun eingeweiht. Damit war die Route des Grandes Alpes von Thonon-les-Bains ans Mittelmeer vollendet. Die Tour de France kam gleich 1938: Félicien Vervaecke war Erster oben, ehe Gino Bartali in der Abfahrt vorbeiging und die Tour gewann. 1939 fand am Iseran das erste Berg-Einzelzeitfahren der Tour-Geschichte statt, Sieger Sylvère Maes. Insgesamt stand der Pass acht Mal im Programm: 1938, 1939, 1949, 1959, 1963, 1992, 2007 und 2019. 1996 war er geplant, fiel aber dem Schnee zum Opfer, die Etappe schrumpfte auf 46 Kilometer und machte Bjarne Riis zum Mann in Gelb.

Der denkwürdigste Auftritt kam 2019. Auf der 19. Etappe stoppte ein Hagelsturm samt Erdrutsch das Rennen hinter der Passhöhe, die Etappe wurde abgebrochen und die Zeiten am Iseran-Gipfel gewertet. Egan Bernal war dort als Erster durch, nahm Julian Alaphilippe über zwei Minuten ab und übernahm das Gelbe Trikot, das er bis Paris trug. Dazu holte Bernal das Souvenir Henri Desgrange, vergeben am höchsten Punkt der Tour, hier am höchsten Punkt, an dem es je vergeben wurde.

Praktische Tipps

Der Iseran ist nur im Sommer fahrbar, in der Regel von Juni bis Oktober. Bei fast 50 Kilometern Anstieg ist Verpflegung Pflicht, Val d’Isère ist der letzte sichere Stopp. Oben können es auch im August einstellige Temperaturen sein, Windjacke nicht vergessen. Die Südseite ab Bonneval-sur-Arc ist die kürzere, knackigere Alternative: gut 13 Kilometer mit um die sieben Prozent und Abschnitten über zehn.

Wie schlägt sich der Iseran?

Der Galibier ist das grössere Tour-Drama, der Iseran der grössere Berg. Und die ewige Rivalität mit dem Col de la Bonette löst sich sauber auf: Die Bonette-Ringstrasse führt zwar auf 2802 Meter, der eigentliche Pass liegt aber tiefer. Der höchste echte Alpenpass bleibt der Iseran. Wer Höhenmeter sammelt wie andere Briefmarken, kommt an ihm nicht vorbei.

Der Iseran gehört zu den Top 50 unserer 100 Climbs, auf den 100-Climbs-Postern und auf der kompakten 50er-Edition.

Ist der Col de l’Iseran der höchste Pass der Alpen?

Ja. Mit 2764 Metern ist der Iseran der höchste asphaltierte Gebirgspass der Alpen. Die Cime de la Bonette liegt mit 2802 Metern zwar höher, ist aber eine Ringstrasse über dem eigentlichen Pass, kein Passübergang.

Welche Seite des Iseran soll ich fahren?

Von Norden (Bourg-Saint-Maurice) ist es die grosse Reise: 47 Kilometer mit Flachstücken und Galerien am Lac du Chevril. Von Süden (Bonneval-sur-Arc) die kompakte Bergfahrt: gut 13 Kilometer konstant steil im Hochgebirge. Landschaftlich gewinnt die Südseite, historisch die Nordseite.

Wann ist der Col de l’Iseran offen?

In der Regel von Juni bis Oktober, abhängig von der Schneelage. Im Winter ist die Passstrasse gesperrt, die Hochtäler gehören dann den Skigebieten von Val d’Isère und Tignes.