Col de la Loze, FRA

1653 hm
Anstieg

21.6  km
Distanz Anstieg

17 %
max. Steigung

7.7 %
ø Steigung

Vintage Fifty: Retro Edition DIN A2 Poster

Bucket-List Print: Col de la Loze

Der Col de la Loze ist der jüngste Mythos des Radsports. Ein Radweg auf 2301 Meter, erst 2019 asphaltiert, autofrei zwischen Méribel und Courchevel, und schon dreimal Schauplatz einer Tour-de-France-Entscheidung. Kein historischer Pass, sondern ein Anstieg, der direkt für Radfahrer gebaut wurde. Mit Rampen, die selbst Profis zerlegen.

Der Col de la Loze im Überblick

Von Brides-les-Bains über Méribel sind es 21,6 Kilometer und 1653 Höhenmeter, im Schnitt 7,7 Prozent, in der Spitze 17 Prozent. Mit 2301 Metern ist die Loze der siebthöchste Pass Frankreichs. Die Zahlen klingen nach klassischem HC-Anstieg, aber sie verschweigen das Wesentliche: Die letzten sieben Kilometer sind ein schmaler Radweg mit ständig wechselnden, teils brutalen Steigungswechseln.

Routenbeschreibung

Bis Méribel ist die Loze ein normaler Alpenanstieg: 13 Kilometer Skistation-Strasse mit sechs bis neun Prozent, gut zu dosieren, viel Wald. Wer hier schon am Limit fährt, bekommt oben die Rechnung.

Oberhalb von Méribel, auf rund 1700 Metern, beginnt der eigentliche Charakter des Anstiegs: der autofreie Radweg. Schmal, kurvig, und ohne jede Gleichmässigkeit. Kilometer 17 bis 20 rechnen sich auf neun bis zwölf Prozent, aber der Schnitt entsteht aus kurzen Stichen, kleinen Verflachungen und immer neuen Rampen. Genau dieser Rhythmuswechsel macht die Loze so hart. Das letzte Stück zur Passhöhe gibt dann fast versöhnlich nach.

Geschichte und Rennsport

Der Radweg wurde 2018 gebaut und im Mai 2019 eröffnet, als autofreie Verbindung zwischen Méribel und Courchevel. Das erste Profirennen kam noch im selben Sommer: Bei der Tour de l’Avenir 2019 gewann der Australier Alexander Evans die Etappe. 2020 folgte die Tour de France, Miguel Ángel López gewann die Bergankunft vor Primož Roglič und Tadej Pogačar.

2023 schrieb die Loze dann ihr grosses Kapitel. Auf der Königsetappe nach Courchevel brach Tadej Pogačar am Anstieg ein, sein „I’m gone, I’m dead“ über Funk wurde zum Satz der Tour. Jonas Vingegaard fuhr davon und entschied das Gesamtklassement, den Etappensieg holte Felix Gall aus der Fluchtgruppe. 2025 kam die Tour erneut, diesmal über die Courchevel-Seite, Ben O’Connor gewann. Drei Tour-Besuche in sechs Jahren: Die Loze ist gekommen, um zu bleiben.

Praktische Tipps

Der Radweg ab Méribel ist autofrei, das gibt es in dieser Liga sonst nirgends. Dafür ist er schmal und an schönen Tagen gut besucht, in der Abfahrt Tempo rausnehmen. Übersetzung: lieber zu klein als zu gross, die Rampen im Schlussteil bestrafen dicke Gänge. Saison ist grob Juni bis Oktober, Verpflegung am besten in Méribel auffüllen. Wer Kombinationen mag: Courchevel-Seite hoch, Méribel-Seite runter, das ist die Runde der Tour 2023.

Wie schlägt sich die Loze?

Gegen Alpe d’Huez tritt die Loze als Gegenentwurf an: dort 21 Kehren Geschichte und Stadionatmosphäre, hier ein stiller, moderner Radweg ohne Autos. Und gegen den Galibier fehlen der Loze 100 Jahre Patina, aber nicht die Härte. Die unrhythmischen Rampen oberhalb von Méribel sind das Schwerste, was die Tour in den letzten Jahren regelmässig gefahren ist.

Eigene Erfahrung

Ich bin die Loze im Juli 2024 von Méribel aus gefahren, ein Jahr nach Felix Galls Tour-Sieg hier oben. Genau deswegen waren wir da. Der Radweg ist eine mentale Falle: Man denkt, das Schwerste liegt hinter einem, sobald der Asphalt autofrei wird. Das Gegenteil stimmt. Gerade hinten raus, auf den letzten Metern, wird es nochmal richtig steil, da bin ich an meine Grenze gekommen. Das Wetter hat mitgespielt, und das grosse Fahrrad-Denkmal am Gipfel war dann ein verdienter Moment. Nochmal fahren? Eher nicht. Einmal reicht, die Loze ist eine unglaubliche Quälerei.

Die Loze gehört zu den Top 50 unserer 100 Climbs, auf den 100-Climbs-Postern und auf der kompakten 50er-Edition.

Kann man den Col de la Loze mit dem Rennrad fahren?

Ja, der Anstieg ist durchgehend asphaltiert. Der obere Teil ab Méribel ist ein autofreier Radweg, gebaut 2018 und eröffnet 2019. Genau dieser Abschnitt macht die Loze einzigartig: Tour-de-France-Berg ohne Verkehr.

Wie steil ist der Col de la Loze?

Im Schnitt 7,7 Prozent über 21,6 Kilometer, in der Spitze 17 Prozent. Die Härte liegt im Rhythmus: Oberhalb von Méribel wechseln sich steile Stiche und kurze Verflachungen ständig ab, gleichmässiges Klettern ist hier unmöglich.

Seit wann fährt die Tour de France über den Col de la Loze?

Seit 2020. Miguel Ángel López gewann die erste Bergankunft, 2023 entschied Jonas Vingegaard an der Loze die Tour gegen Tadej Pogačar, 2025 gewann Ben O’Connor in Courchevel. Dazu war die Loze schon 2019 Ziel der Nachwuchsrundfahrt Tour de l’Avenir.