1266 hm
Anstieg
13.2 km
Distanz Anstieg
23.5 %
max. Steigung
9.6 %
ø Steigung
Der Alto de l’Angliru in Asturien gilt als der härteste Anstieg, den der Profiradsport regelmässig fährt. Ein ehemaliger Viehweg, asphaltiert, in den Nebel gelegt und von der Vuelta a España zur Bühne gemacht. Die Zahlen sind brutal, aber sie erzählen nur die Hälfte: Die zweite Hälfte des Angliru ist eine Wand.
Der Angliru im Überblick
Von La Vega bei Riosa sind es 13,2 Kilometer und 1266 Höhenmeter, im Schnitt neun Prozent, in der Spitze 23,5 Prozent. Kategorie HC, wobei der Schnitt grob untertreibt: Die erste Hälfte ist moderat, ab Kilometer sechs liegt der Durchschnitt bei rund 13 Prozent. Oben, auf 1570 Metern, steht man häufig in den Wolken der asturischen Berge.
Routenbeschreibung
Die ersten fünf Kilometer steigen mit fünf bis neun Prozent, unangenehm, aber fahrbar. Bei Kilometer sechs flacht die Strasse kurz ab, sogar ein kleines Gefälle ist dabei. Es ist die letzte Gelegenheit zu essen, zu trinken und sich zu sammeln. Danach beginnt ein anderer Anstieg.
Ab Kilometer 6,5 fällt die Steigung kaum noch unter zwölf Prozent. Kilometer für Kilometer stehen 12 bis 17 Prozent im Profil, und drei Kilometer vor dem Gipfel wartet die Cueña les Cabres, die berüchtigtste Rampe Spaniens mit 23,5 Prozent. Selbst Profis fahren hier im Wiegetritt Schlangenlinien. Die letzten anderthalb Kilometer zur Kuppe geben dann fast unwirklich nach.
Geschichte und Rennsport
Der Angliru ist eine Erfindung mit Absender. Miguel Prieto, ein sehbehinderter Mitarbeiter der Blindenorganisation ONCE, schlug den frisch asphaltierten Viehweg 1997 der Vuelta vor, die eine Antwort auf Alpe d’Huez und Mortirolo suchte. 1999 kam die Premiere: José María Jiménez holte Pavel Tonkov einen Kilometer vor dem Ziel ein und gewann im Nebel. Der Mythos war geboren.
2002 wurde der Angliru zum Skandalort. Im Regen rutschten die Teamautos auf den Fan-Malereien, Fahrer standen still oder stürzten, und David Millar stieg einen Meter vor der Ziellinie ab und legte seine Startnummer nieder, aus Protest. Kelme-Teamchef Vicente Belda fragte: „Was wollen sie? Blut?“ Seither liefert der Berg verlässlich Drama: 2008 fixierte Alberto Contador hier seinen ersten Vuelta-Sieg, 2013 liess Chris Horner am Angliru Vincenzo Nibali stehen und wurde mit 41 Jahren ältester Grand-Tour-Sieger der Geschichte (der Etappensieg ging an Kenny Elissonde), 2017 gewann Contador hier das letzte Rennen seiner Karriere. 2023 siegte Primož Roglič, 2025 João Almeida. Der Rekord steht seit 2000: Roberto Heras in 41:55.
Praktische Tipps
Übersetzung ist alles: 34×32 ist das Minimum, kleiner ist klüger. In der ersten Hälfte bewusst bremsen, ab Kilometer sechs zählt jede gesparte Wattzahl. Asturien ist grün, weil es nass ist, Regen und Nebel sind jederzeit möglich, und nasse 20-Prozent-Rampen sind auch bergab kein Spass. Die Abfahrt über dieselbe Strasse verlangt volle Konzentration und gute Bremsen.
Wie schlägt sich der Angliru?
Sein einziger echter Rivale im Extrembereich ist der Zoncolan: ähnlich steil, ähnlich gnadenlos, italienisch statt asturisch. Wer Asturien lieber episch als brutal mag, findet an den Lagos de Covadonga den schöneren, fahrbareren Vuelta-Klassiker. Der Angliru bleibt das Maximum dessen, was man mit einem Rennrad bergauf erleben kann.
Der Angliru gehört zu den Top 50 unserer 100 Climbs, auf den 100-Climbs-Postern und auf der kompakten 50er-Edition.
Wie steil ist der Alto de l’Angliru?
Im Schnitt neun Prozent über 13,2 Kilometer, aber entscheidend ist die zweite Hälfte: ab Kilometer sechs rund 13 Prozent im Schnitt, mit der Cueña les Cabres bei 23,5 Prozent als steilster Stelle.
Warum ist der Angliru so berühmt?
Weil die Vuelta a España aus einem asphaltierten Viehweg den härtesten Anstieg des Profiradsports gemacht hat. Seit der Premiere 1999 mit José María Jiménez fielen hier regelmässig Vorentscheidungen, von Contador 2008 bis Horner 2013 und Roglič 2023.
Welche Übersetzung brauche ich am Angliru?
So klein wie möglich. 34×32 ist die Untergrenze, eine Kompaktkurbel mit 34×36 oder kleiner macht die 20-Prozent-Passagen deutlich kontrollierbarer. Profis fahren hier Übersetzungen, die es sonst nur am Zoncolan gibt.
