1090 hm
Anstieg
13.8 km
Distanz Anstieg
14.8 %
max. Steigung
7.9 %
ø Steigung
21 Kehren. Rückwärts nummeriert. Jede einzelne trägt den Namen eines Tour-Siegers. Wer Alpe d’Huez fährt, fährt durch die Geschichte des Radsports.
Alpe d’Huez im Überblick
Der Anstieg beginnt in Le Bourg-d’Oisans auf gut 700 Metern: 13,8 Kilometer, 1090 Höhenmeter, im Schnitt 7,9 Prozent, in den Spitzen knapp 15. Hors Catégorie, Ziel auf 1860 Metern in der Skistation. Es gibt steilere Anstiege, längere sowieso. Aber keinen, dessen Kehren so klingen wie hier: Coppi, Zoetemelk, Pantani, jede Kurve ein Schild, jedes Schild eine Etappe.
Routenbeschreibung
Die ersten Kehren sind die steilsten: Zwischen Kehre 21 und 16 hält der Gradient konstant zehn Prozent und mehr, der GPS-Track zeigt hier die härtesten Kilometer der ganzen Auffahrt. Hier entscheidet sich, ob du einen guten Tag hast.
Ab Kehre 15 pendelt sich die Steigung bei sieben bis neun Prozent ein. Der Rhythmus kommt. Die Kurven ziehen sich durch lichten Wald, ab und zu öffnet sich der Blick ins Tal auf die Romanche. In Huez, dem alten Dorf bei Kehre 7, wartet die Dutch Corner. Die letzten drei Kilometer flachen ab, die Skistation taucht auf, der Zielbogen steht oft noch vom letzten Rennen. Wer hier ankommt, hat nicht den härtesten Anstieg der Alpen geschafft. Aber den berühmtesten.
Geschichte und Rennsport
1952 richtete die Tour de France an der Alpe ihre allererste Bergankunft aus. Fausto Coppi gewann in 45:22, übernahm das Gelbe Trikot von Andrea Carrea und gab es bis Paris nicht mehr ab. Dann passierte 24 Jahre lang nichts. Erst 1976 kehrte die Tour zurück, Joop Zoetemelk gewann, und die Niederländer machten den Berg zu ihrem: Acht der ersten 14 Etappensieger kamen aus Holland, weshalb Kehre 7 an der Kirche von Saint-Ferréol bis heute als Dutch Corner explodiert. Der damalige Pfarrer Jaap Reuten läutete nach jedem Niederländer-Sieg die Glocken.
Die Siegerliste liest sich wie das Who’s who des Radsports: Hinault 1986, Pantani, Armstrong, Geraint Thomas 2018, Tom Pidcock 2022. Den Schnelligkeitsrekord hält Marco Pantani mit 36:40 aus dem Jahr 1995, gemessen über die 13,8 Kilometer. 2013 erfand die 100. Tour die Doppelbesteigung: zweimal die Alpe an einem Tag, dazwischen der Col de Sarenne, Christophe Riblon gewann. Zuletzt war die Tour 2025 oben, mit der Ankunft von Etappe 18 über den Col d’Ornon. Weil es längst mehr Sieger als Kehren gibt, tragen die unteren Schilder inzwischen zwei Namen.
Praktische Tipps
Beste Zeit: Juni oder September. Im Juli und August ist der Berg überlaufen, Touristen-Autos, Wohnmobile, Fans auf der Straße. Starte vor 7 Uhr morgens, dann hast du die Kehren fast für dich. Wasser gibt es in Le Bourg-d’Oisans vor dem Start und oben in der Station, dazwischen nichts: zwei Flaschen mitnehmen. Die Kehren sind breit und gut asphaltiert, eng wird es nirgends.
Wie schlägt sich Alpe d’Huez?
Nüchtern betrachtet ist die Alpe ein mittellanger HC-Anstieg, kürzer und niedriger als die großen Pässe der Region. Der Galibier ist das alpine Schwergewicht nebenan, doppelt so lang und 800 Meter höher. Wer die Alpe fährt und mehr will, hängt oben den Col de Sarenne an: sechs leichte Kilometer, dann als fantastische Schleife zurück ins Tal. Das ist die Riblon-Runde von 2013, nur ohne Zuschauer.
Alpe d’Huez ist auf unseren 100-Climbs-Postern im Format DIN A1 abgebildet.
Eigene Erfahrung
Alpe d’Huez – eine Legende. Klar war natürlich, dass wir bei unserem Ausflug in die französischen Hochalpen den Anstieg fahren müssen, egal welcher Ruf dem Berg voraus eilt. Es war sozusagen eine Pflichtaufgabe und dabei blieb es auch. Kein Highlight aber doch schön wenn man oben angkommt. Auf jeden Fall ein anspruchsvoller Berg speziell in der Juli-Mittagssonne.



Wie viele Kehren hat Alpe d’Huez?
21 Kehren, von unten nach oben rückwärts nummeriert von 21 bis 1. Jede Kehre trägt ein Schild mit dem Namen mindestens eines Etappensiegers. Weil es inzwischen mehr Sieger als Kehren gibt, sind die unteren Schilder doppelt belegt.
Was ist die Dutch Corner?
Kehre 7 beim alten Dorf Huez, an der Kirche Saint-Ferréol. Acht der ersten 14 Tour-Etappen an der Alpe gewannen Niederländer, seither feiern Zehntausende oranje Fans an dieser Kurve. Der frühere Pfarrer läutete nach jedem holländischen Sieg die Glocken.
Wer fuhr die schnellste Zeit auf Alpe d’Huez?
Marco Pantani, 36:40 im Jahr 1995, gemessen über die 13,8 Kilometer ab Le Bourg-d’Oisans. Je nach Messstrecke kursieren leicht andere Werte, an der Spitze der Liste steht aber immer Pantani.
